Allgemein

Wir erstellen eine DIN-Spezifikation

Der freieFarbe e.V. hat sich zusammen mit mehreren Vereinsmitgliedern beim DIN Connect Wettbewerb beteiligt. Wir gehören zu den Gewinnern. Als Preisträger haben wir vom Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) einen Forschungs- und Entwicklungsvertrag über die Erstellung der DIN-Spezifikation (DIN SPEC) „Open Colour Communication“ erhalten. Das Projekt ist auf 1 Jahr in mehreren Teilschritten angelegt und wird vom DIN finanziell gefördert.

Was ist eine DIN SPEC?

Die DIN SPEC ist gewissermaßen der kleine Bruder der DIN-Norm. Das DIN schreibt: „Die DIN SPEC ist ein hochwirksames Marketinginstrument, das dank der anerkannten Marke DIN für eine große Akzeptanz bei Kunden und Partnern sorgt. DIN sorgt dafür, dass die DIN SPEC nicht mit bestehenden Normen kollidiert, und veröffentlicht die Standards, auch international. Eine DIN SPEC kann die Basis für eine DIN-Norm sein.“ Näheres findet sich auf der Website des DIN.

Warum ist diese Entwicklung so sinnvoll?

Wir möchten zeigen, dass mit offenen Werkzeugen und Verfahren sowie Creative Commons Lizenzen, insbesondere dem CIELAB-Standard dem ICC-basierten Farbmanagement und ISO Standards für Spektraldaten Farbkommunikation auf professionellem Level möglich ist.

Das Projekt wird vom DIN finanziell gefördert, wofür wir dankbar sind. Das weltweite Renommee des Deutschen Instituts für Normung, der Ansatz „Rationalisierung per Normung“, der Gemeinnützigkeitsstatus des DIN – all dies sind Gründe zur weiteren Freude. Die anschließende Veröffentlichung der Spezifikation durch das DIN ist die Chance, dass der Gedanke „freieFarbe“ weite Kreise zieht.

Was geschieht als erstes?

Momentan erstellen wir in Kooperation mit dem Vereinsmitglied Proof GmbH einen Farbatlas, der den freien CIELAB-Farbraum auf 36 Einzelseiten im High-End Inkjet-Druck mit 12 Farben sowie als Online-Variante (PDF in sRGB) für ca. 2000 Beispiel-Farbtöne zeigt.
Der dargestellte Farbraum (Gamut) umfasst neben den typischen CMYK Farben des Offsetdrucks auch Sonderfarben für verschiedenen Druckverfahren, Farben und Lacke oder Kunststoffe.

Spektraldaten für den HLC Farbatlas

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Messung und Veröffentlichung von 10nm-Spektraldaten der im Atlas veröffentlichten Farbsamples. Hiermit werden dann Farbenhersteller per Rezeptursoftware in der Lage sein, die Farbtöne in ihrer Produktion herzustellen.Die Spektraldaten werden der Öffentlichlichkeit im ISO Standards CxF zur Verfügung gestellt. Die Creative Commons Lizenz erlaubt eine kostenfreie Nutzung sowohl in freier als auch kommerzieller Software.

Vision für die Zukunft

Letztlich ist vorstellbar (und Ziel), dass man die freien HLC-Farben mittels sie exakt anzeigender Software frei variieren und sinnvoll ergänzen kann, und dass die entsprechenden Farbtöne per Lack, auf Textil, als Pulverbeschichtung, Folie, Fassadenfarbe usw. umgehend zur Verfügung stehen. Dass jede Farbe, auch jede Zwischenfarbe, online, im Farbenfachgeschäft, im Baumarkt usw. erhältlich sein wird.

Unsere Normierung über ICC-Colormanagement, CIE-HLC und Spektraldaten soll diesen Weg ebnen.

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