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freieFarbe, Inkscape und Scribus bei den KieLux 2019

freieFarbe, Inkscape und Scribus bei den KieLux 2019

In der Landeshauptstadt des nördlichsten deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein, Kiel, finden alljährlich die „Kieler Open Source und Linux Tage“ (KieLux) statt. Angesichts der etwas randständigen Lage der Stadt handelt es sich im Gegensatz zum LinuxTag oder dem Libre Graphics Meeting um eine eher familiäre Veranstaltung, am besten vergleichbar mit den „swiss publishing days“. Veranstaltungsort der KieLux ist das Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ), ein Ableger der Kieler Universität.

Zu Beginn dieses Jahres erhielt ich von einer der Mitorganisatorinnen der KieLux, Maren Hachmann (Inkscape-Projekt), eine Anfrage, ob ich ihr potentielle Referenten aus dem LibreGraphics-Bereich nennen könne, die eventuell für Vorträge oder Workshops in Kiel zur Verfügung stünden. Da ich Maren und ihren Ehemann (ebenfalls Mitorganisator) persönlich kenne und Schleswig-Holstein für das schönste deutsche Bundesland halte, habe ich mich, schamlos, wie ich bin, selbst für zwei Vorträge vorgeschlagen und diese auch frühzeitig angemeldet. Die Themen waren „Open Source für Fotografen“ und „Desktop Publishing mit Scribus und freier Farbe“. Beide Anregungen wurden akzeptiert, und auch meine Terminvorschläge fanden Berücksichtigung.

Die Anreise war wegen der bekannten Probleme bei der Deutschen Bahn ziemlich stressig (zwei Stunden Verspätung), so daß ich ein wenig Schlaf aufzuholen hatte, bevor ich das KITZ aufsuchen konnte. Das war aber nicht so wichtig, denn am ersten Tag standen vormittags die LPI-Prüfungen sowie „typische“ Linux-Themen im Vordergrund.

Maren Hachmann und ich hatten einen gemeinsamen Stand mit den Schwerpunkten Inkscape, Scribus und freie Farbe, und schon kurz nachdem der Atlas, die Fächer sowie das übrige Material „zum Mitnehmen“ ausgelegt waren, haben Teilnehmer angehalten und Fragen gestellt — Buntheit (im allgemeinsprachlichen Sinn) zieht nunmal Menschen an. Der Gemeinschaftsstand erwies sich übrigens als äußert nützlich, denn Maren konnte Besucher, die Fragen zum Überführen von Vektorgrafiken aus Inkscape, LibreOffice und anderen Programmen in Scribus für die Druckausgabe hatten, direkt an mich verweisen.

Maren hat an diesem Tag außerdem einen Inkscape-Workshop veranstaltet, an dem ich teilgenommen habe. Die Leistungsfähigkeit dieses Vektorprogramms ist wirklich erstaunlich und aus der Sicht eines Kreativen wohl kaum schlagbar. Leider hapert es immer noch mit der PDF-Ausgabe und der Unterstützung von CMYK-, LAB und Schmuckfarben.

Die Fragen und Diskussionen zum Thema „Farbe“ am Stand oder auch außerhalb rund um das Thema Farbe haben ein unerwartet breites Spektrum abgedeckt, von juristischen Problemen über Druckvorstufe, Autolackierung oder sRGB-Workflows bis hin zum Fernsehen.

Mein erster Vortrag über freie Bildbearbeitungssoftware für Fotografen war sehr gut besucht (der Raum war voll), und manche wußten in Details der vorgestellten Programme sogar mehr als ich. Einer der Zuhörer hat sich übrigens den fF-Flyer mitgenommen, weil er viele Fragen zum Thema Farbe und Farbmodelle hat. Da Aufklärung über Farbe zu den Vereinszielen gehört, halte ich dies für begrüßenswert.

Der zweite Vortrag hat erwartungsgemäß weniger Zuhörer angezogen, und der Raum war nur halbvoll. Thematisch war er zweigeteilt: 30 Minuten Scribus, 30 Minuten freieFarbe, obwohl sich das nicht immer trennen ließ. Im Scribus-Teil habe ich vor allem die neuen Funktionen in den Bereichen Typographie und Importfilter vorgestellt. In den restlichen dreißig Minuten habe ich den Verein, die Farbfächer und deren Verwendung in der Praxis sowie den Farbatlas präsentiert und erläutert. Für einiges Staunen hat die Vorführung der PDF-Version des Atlasses gesorgt — ebenso wie die Tatsache, daß das alles frei verfügbar ist. Ich habe darüber hinaus die OCSC erwähnt, die Downloadmöglichkeiten gezeigt, SwatchBooker als Konvertierungswerkzeug genannt und den CxF-Import in Scribus vorgeführt. Auch die DIN-Spec kam zur Sprache. Die Fächer und der Atlas sind von den beim Vortrag Anwesenden übrigens mit sehr viel mehr Interesse begutachtet worden als während des LGM im Frühjahr.

Noch bevor ich aus Kiel zurück war, hat sich ein KieLux-Teilnehmer als neues Vereinsmitglied angemeldet. Zusammen mit den Bitten einiger Besucher, doch im nächsten Jahr wiederzukommen und ein paar Praxisworkshops anzubieten, halte ich die Teilnahme an der Veranstaltung in Kiel sowohl für Scribus als auch für freieFarbe daher für einen guten Erfolg.

Christoph Schäfer


Beitragsbilder (Christoph Schäfer)
Der Inkscape-Teil des Libre-Graphics-Standes. Das LibreGraphics-Plakat für die KieLux. Maren Hachemann (Inkscape) im Gespräch mit einem Anwender.

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